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Medikamentöse Unterstützung beim Alkoholentzug
Alkohol ist eine Volksdroge. Legal und in jedem Supermarkt zu erwerben finden auch junge Menschen schnell Zugang zum billigen Rausch. Die Therapie von Alkoholismus ist schwierig und kostet dem Gesundheitssystem jährlich Unsummen. Neben psychologischer Unterstützung versprechen bestimmte Medikamente Hilfe bei der Behandlung von Alkoholismus. Sie unterdrücken das Verlangen nach Alkohol, das so genannte Craving. Die Linderung des Suchtdrucks spielt eine wesentliche Rolle bei der Behandlung der Alkoholsucht. Denn erst, wenn der Drang nach Alkohol reduziert und so der Alkoholkonsum vermindert oder sogar ganz verhindert wird, kann die Genesung des Körpers und der gesamten Persönlichkeit beginnen. Acamprosat hemmt den Transmitter Glutamat und kann so Rückfälle vor allem in der frühen Abstinenz verhindern. Naltroxen hingegen wirkt im Belohnungssystem, dem Dopaminsystem. Alkohol führt dort zur Freisetzung von Endorphinen, die ein Glücksgefühl auslösen. Naltroxen unterbindet diesen Effekt. So wird Alkohol uninteressant und das Craving nimmt ab. Disulfiram hingegen ist kein Anticravingmittel, sondern sorgt dafür, dass Alkoholkonsum zu Übelkeit und Kreislaufstörungen führt. Es wird nur in seltenen Fällen und unter strenger klinischer Kontrolle eingesetzt.
Für große fachmedizinische und presseseitige Aufmerksamkeit sorgte im Jahr 2009 Baclofen und in diesem Zusammenhang das Buch „Das Ende meiner Sucht“ von Dr. Oliver Ameisen, der mit diesem Medikament seine eigene Alkoholsucht therapierte. Baclofen wirkt aktivierend auf den GABAB-Rezeptor und hat zudem einen angstlösenden Effekt. Es wird normalerweise als muskelentspannendes Medikament bei Krämpfen verordnet. Bei der Einnahme kann es zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit und Schwindelanfällen kommen. Die Tabletten selbst verursachen aber keine Abhängigkeit. Zur Wirksamkeit von Baclofen bei Alkoholismus wurden wissenschaftliche Studien mit vielversprechenden Ergebnissen veröffentlicht. Feldstudien bestätigten den positiven Effekt des Medikaments.
Letzte Änderung des Artikels: 2011-08-22 21:03
Autor: admin
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