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Suchtformen » Verhaltensbezogene Abhängigkeiten
Mediensucht
Definition
Die Mediensucht ist eine Sucht bzw. Abhängigkeit nach einem Medium.
Solche Medien können sein:
- Internet
- Fernsehen
- Handy
- Spielkonsole
- usw.
Bei dieser Form der Abhängigkeit handelt es sich um eine verhaltensbezogene oder substanzunabhängige Abhängigkeit. Generell ist jedes Verhalten gefährdet, vor allem, wenn es bereits zu einer Gewohnheit wurde, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Dabei ist der Übergang zwischen dem unproblematischen und problematischen Verhalten fließend und kaum zu erkennen. Zuerst besteht nur ein gewohnheitsgemäßer Konsum, dann der Missbrauch und letztendlich ist der schädliche Gebrauch bis hin zur Abhängigkeit vorhanden. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche. Prinzipiell ist jedes Kind bzw. jeder Jugendliche gefährdet solch eine Abhängigkeit zu entwickeln. Dennoch ist es entscheidend, wann, wie oft und wie lange das Kind das Medium benutzt. Denn es gilt: je früher die Kinder mit dem Medium in Kontakt kommen, desto höher ist das Risiko süchtig davon zu werden.
Internetsucht
Besonders häufig kommt die Internetsucht, oder auch die Onlinesucht genannt, vor. Deswegen wollen wir da gerne genauer anknüpfen. Das Wort beschreibt das zwanghafte Bedürfnis zum spielen, chatten, downloaden, surfen oder sonstige unkontrollierte Beschäftigungen im Internet. Das Netzt wird der wichtigste Part im Tagesablauf für den Betroffenen. Dabei gerät das finanzielle, soziale und auch emotionale Gleichgewicht außer Kontrolle, sodass die Sucht oft Partnerschaften bzw. Beziehungen zerstört und / oder die Arbeit verloren wird. Verpflichtungen und Aufgaben im wirklichen Alltag können nicht mehr wahrgenommen werden, da die virtuelle Welt nun im Vordergrund steht. Der Betroffene verliert komplett seine Kontrolle und kann die Internetaktivität nicht mehr einschränken. Häufig werden auf Grund dessen die Internetsüchtigen von Schuldgefühlen geplagt. Außerdem wird das neue „Hobby“ vor Freunden und Bekannten verheimlicht und der Betroffene zieht sich von seiner Außenwelt völlig zurück. Das typische Merkmal einer Internetsucht ist auch, dass der Betroffene stundenlang im Internet ist und auch sogar die Nacht dafür opfert.
Ursachen
Das Internet übt auf viele Menschen eine magische Anziehungskraft aus. Der eigentliche Grund dafür ist wohl die Anonymität. Der Betroffene muss also seine Identität nicht preisgeben, also auch nicht seine negativen Charakterzüge und Eigenschaften. Außerdem tritt man auf diese Art und Weise mit Menschen in Kontakt, mit denen man sonst vielleicht niemals in Kontakt gekommen wäre. Es besteht die Möglichkeit mit seiner Identität über das Internet zu experimentieren. Vor allem finden Jugendliche dies besonders aufregend. Das Internet wird auch oft als eine Gruppe bezeichnet, also vermittelt es sozusagen ein Gruppengefühl und eine Gruppenzugehörigkeit. Über die virtuelle Welt entsteht also ein sozialer Austausch. Zudem wird das Internet als sehr nützlich angesehen, denn es schließt alle bisher bekannten Medien zusammen:
- Radio
- Fernsehen
- Telefon
- Zeitung
Der Betroffene entscheidet ganz alleine, was geschrieben, angeklickt, gelesen oder hochgeladen wird. Besonders beliebt sind die Foren oder Blogs im Internet, wo der Betroffene seine Erfahrungen und Hilfeleistungen anbieten kann. Dies bringt schnelle und positive Anerkennung und Aufmerksamkeit für den Internetsüchtigen.
Heutzutage ist das Internet sogar mit den neuesten Handys von überall nutzbar. Die dauernde Erreichbarkeit und der kinderleichte Zugang vermitteln dem Betroffenen eine gewisse Flexibilität und auch Mobilität. Zudem kann die Realitätsflucht ein Grund für die Internetsucht sein. Viele Menschen, die persönliche Probleme haben, flüchten in die virtuelle Welt, wo der Betroffene auf Verständnis und Anerkennung hofft. Solche persönlichen Probleme können sein:
- Schwierigkeiten mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen
- Probleme bei der Arbeit / Schule
- Integrationsprobleme
- Einsamkeit
- Minderwertigkeitsprobleme
- Angstzustände
- Depressionen
Symptome
Zwar gibt es noch keine verbindliche Symptomatik für eine Internetsucht, dennoch gibt es einige Anzeichen, die auf eine Abhängigkeit hindeuten können:
- Häufiges zwanghaftes Bedürfnis ins Internet zugehen
- Die Arbeitsbereitschaft und –fähigkeit lässt deutlich nach
- Kontrollverlust, dies bedeutet, dass das Internet länger benutzt wird als geplant
- Der Betroffene wird depressiv, reizbar und nervös sobald er das Internet nicht benutzten kann
- Die Internetaktivitäten werden verheimlicht
- Sozialleben wird beeinträchtigt; Obwohl der Betroffene sich den negativen Folgen bewusst ist, kann er den Konsum nicht einschränken bzw. aufgeben
- Mehrere fehlgeschlagene Versuche, den Konsum einzuschränken bzw. aufzugeben
Körperliche Schäden durch das lange sitzen können sein:
- Sehschwäche
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen
- Nervenschädigung
- Muskelverspannungen
- Wirbelsäulen- und Genickschäden ( z. B. Bandscheibenvorfall )
- Aggressivität
- Depressionen
- Unzufriedenheiten
- Kreislaufprobleme
- Gewichtsprobleme
Sonstige Nachteile, die entstehen können:
- Realitätsverlust
- Arbeitslosigkeit
- Hohe Telefon- bzw. Online- Kosten
- Verarmung
- Soziale Isolation
- Scheitern menschlicher Beziehungen
Diagnose
Die Diagnose wird meistens mithilfe der Anamnese und speziellen Fragebögen, wie z. B. die Internetsuchtskala ( ISS ), gestellt. Die charakteristischen Symptome einer Internetsucht sind:
- Starkes Verlangen ins Internet zu gehen
- Toleranzentwicklung ( es wird immer mehr Zeit im Internet verbracht als geplant )
- Kontrollverlust ( der Konsum ist von dem Betroffenen nicht mehr kontrollierbar )
- Entzugserscheinungen
- Beeinträchtigung des Alltagsleben
Die Internetsucht wird dann von dem Arzt in eine der 3 Stadien eingeteilt:
- Gefährdungsstadium: bis zu 3 übereinstimmende charakteristische Symptome in dem Zeitraum von bis zu 6 Monaten liegen vor
- Kritisches Stadium: 4 übereinstimmende charakteristische Symptome in einem Zeitraum von bis zu 6 Monaten liegen vor
- Chronisches Stadium: mehr als 4 übereinstimmende charakteristische Symptome in einem Zeitraum von bis zu 6 Monaten liegen vor
Therapie
Bisher gibt es keine Standardbehandlung bzw. vorgegebene Behandlung für eine Internetsucht. Wie bei anderen Sucht- Erkrankungen ist es auch hier unbedingt notwendig die eigentlichen Gründe für die ständigen Internetaktivitäten zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu erlernen. Zudem wird eine Verhaltenstherapie gerne in Anspruch genommen, da die Experten ein gutes Ergebnis versprechen. Hier werden sowohl Einzeltherapien, Gruppentherapien als auch verhaltenstherapeutische Onlinebehandlungen angewendet.
Ziel von jeder Behandlungsart ist es:
- Techniken für den veränderten Umgang mit dem Internet zu entwickeln
- Erlernen, wie der Internetgebrauch zeitlich begrenzt werden kann
- Bestimmte Internetseiten, die Sucht- fördernd sind, zu meiden
- Alternativen zum süchtigen Verhalten zu entwickeln ( z. B. Interesse an „alten“ Hobbys )
Die Unterstützung von Freunden und Angehörigen ist sehr empfehlenswert und wünschenswert, damit der Betroffene abgelenkt wird und den sozialen Kontakt wieder aufnimmt.
Vorbeugen
Der Nutzer sollte die Benutzung des Internets kritisch Beobachten, um eine Entstehung einer Internetsucht vorzubeugen. Sobald Sie erste Anzeichen einer Suchtentwicklung bei sich oder jemand anderem bemerken, sollte die Internetnutzung sofort eingeschränkt bzw. für eine Zeit aufgegeben werden. Haben Sie das Gefühl, dass Sie das alleine nicht schaffen, so suchen Sie sich professionelle Hilfe, damit sich das Suchtverhalten nicht noch weiter ausbreitet. Je früher diese Maßnahmen bezogen werden, desto schneller ist der Erfolg und desto weniger müssen Sie leiden.
Die erste typischen Symptome einer Internetsucht sind:
- Zwanghaftes Verlangen, sich ins Internet einzuloggen
- Tolerantentwicklung ( es wird immer mehr Zeit im Internet verbracht als geplant )
- Entzugssymptome ( z. B. Angstzustände, Depressionen, Unruhen, Nervosität usw. )
Kinder und Jugendliche sind besonders von der Internetsucht betroffen. Deswegen ist es äußerst anzuraten, dass die Eltern das Internetverhalten ihrer Kinder mitkontrollieren. Auch ist es wichtig, die Situation mit den Kindern zu besprechen.
Tags: Internetsucht, Mediensucht
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Letzte Änderung des Artikels: 2011-02-25 19:55
Autor: admin
Revision: 1.2
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