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ID #1023

Sportsucht

Definition

Eine Sportsucht wird zu den nichtstoffgebundenen Abhängigkeiten gezählt und ist ein suchtartiges Verlangen nach dauerhaft sportlichen Aktivitäten. Dabei kann sich die Sucht in den verschiedensten Sportarten bemerkbar machen. Am häufigsten tritt sie jedoch beim Bodybuilding, beim Ausdauersport und bei Risikosportarten auf. In der Regel hat der Betroffene nicht die Ambition an Wettkämpfen teilzunehmen. Vielmehr äußert sich die Sucht durch unkontrolliertem, übermäßigem Trainingsverhalten, welches sowohl seelische als auch körperliche Beschwerden auslöst. Der Betroffene ist von dem Gedanken besessen, die sportliche Aktivität zu praktizieren. Trotz alle dem ist die Sportsucht recht selten vorhanden. Etwa 1 % der Freizeitsportler leiden an einer Sportsucht. Wie bei jeder anderen Sucht auch, wird das soziale Umfeld, die eigene Gesundheit, die Arbeit und private Pflichten stark vernachlässigt.

Wie viel Sport ist gesund?

Kaum zu glauben, denn es wird immer gesagt Sport ist gut für die Gesundheit. Ja, das ist es auch, jedoch nur in Maßen. Generell sagt man, dass 2 bis 3 mal die Woche für je 30 bis 60 Minuten ein Training mit mittlerer Intensität absolviert werden sollte. Natürlich ist dies ganz klar von dem persönlichen Fitnesszustand abhängig.
Jeder durchschnittliche Mensch sollte zwischen seinen Trainingseinheiten eine Trainingpause, auch Regenerationsphase genannt, von 24 bis 48 Stunden einhalten. Wenn man diese ausreichenden Ruhepausen unterlässt, dann sinkt die Leistung des Menschen erheblich. Auch kann so keine vernünftige „Sportausbildung“ für den Körper erfolgen, sodass das Verletzungsrisiko bedeutend ansteigt. Lediglich ein Leistungssportler oder ein Sportler, der seit einigen Jahren sehr gut trainiert braucht wesentlich kürzere Erholungspausen. Man spricht hier von einer Regenerationsphase zwischen 3 und 12 Stunden.

Die Anzeichen einer Sportsucht

Spiegeln Sie sich in den folgenden Kriterien wieder, so können Sie davon ausgehen, sportsüchtig zu sein.

  • Entzugserscheinungen treten auf, wenn wegen einer Krankheit oder einem Unfall kein Training möglich ist. Der Betroffenen fühlt sich gereizt und unausgeglichen. Zudem besteht eine innere Unruhe, Nervosität, Aggressionen, Lustlosigkeit, Depressionen und Angstzustände. Wird das Training wieder praktiziert, so verschwinden die Symptome innerhalb von wenigen Tagen. Der Betroffene tut alles dafür, dass er keine Entzugserscheinungen bekommt. Somit besteht ein noch größerer Zwang Sport zu treiben.
  • Kontrollverlust; Der Betroffene verliert die völlige Kontrolle über den Sportkonsum. Der Sport wird zum wichtigsten Lebensinhalt. Die Planung und der Ablauf des Tages werden nach dem Sport gerichtet und nicht umgekehrt. Familie, Freunde und die Arbeit werden zunehmend vernachlässigt.
  • Dosissteigerung; Der Sportkonsum muss permanent erhöht werden, um den völligen Erschöpfungszustand des Trainings zu erleben.
  • Selbst bei Vorhandensein von Folgeschäden wird die Überlastung des Körpers weitergeführt. Der Betroffene hört nicht auf seinen Körper und gönnt ihm die notwendigen Ruhepausen. Schmerzen und Verletzungen werden ignoriert.  


Ursachen
Welche Gründe für eine Sportsucht verantwortlich sind, konnten bis heute nicht vollständig geklärt werden. Dennoch gibt es einige Theorien, die die Ursachen einer Sportsucht erklären könnten. Ein möglicher Grund für die Sportsucht ist, dass das Selbstwertgefühl des Betroffenen durch seine sportlichen Erfolge drastisch ansteigt. Auch werden oft durch sportliche Aktivitäten Sorgen, Probleme und Misserfolge, sei es im privaten als auch im beruflichen Bereich, versucht zu vergessen. Ein weiterer ausschlaggebender Punkt kann die Produktion der Glückshormone, die Endorphine, sein. Diese werden bei einer hohen, längeren Beanspruchung des Körpers ausgeschüttet. Durch diese Glückshormone fühlt sich der Betroffene für eine Zeit lang richtig gut. Die völlige körperliche Erschöpfung wird zudem als ein Erfolgserlebnis empfunden. Alle Alltagssorgen scheinen verschwunden zu sein. Allerdings hält das Empfinden nicht besonders  lange an. Auch wird die Sportsucht oft mit einem gestörten Essverhalten in Verbindung gebracht. In diesen Fällen spricht man von einer Sport- Bulimie oder einer Sport- Anorexie. Statt zu hungern oder das Essen wieder zu erbrechen, wird jede Menge Sport getrieben, um die aufgenommenen Kalorien schnellstmöglich wieder abzubauen. Die Betroffenen haben Angst an Gewicht zuzunehmen. Aus diesem Grund versuchen sie den Sport so oft wie möglich in den Tagesablauf einzubauen.  Der Betroffene empfindet sein Verhalten nicht als gestört, sondern als normal. Aber von heut auf morgen mit dem Sport aufhören, das können die Sportsüchtigen Menschen nicht.

Symptome und Folgeschäden
Eine Sportsucht kann schwere Folgeschäden mit sich bringen. Sie machen sich in vielen Bereichen des Lebens bemerkbar. Nicht nur, dass das Immunsystem der ständigen Überforderung ausgesetzt ist, auch ist es wesentlich Infekt anfälliger.Außerdem werden die Knochen, die Gelenke, die Bänder und die Sehnen zu stark beansprucht, sodass es nach einer Zeit zu einer überaus hohen Verletzungsgefahr kommt. Vor allem ist dies der Fall, wenn die Erschöpfungssignale des Körpers ignoriert werden und trotzdem mit dem Sport weiter gemacht wird. 
Besteht eine zusätzliche Mangelernährung, so sind Vitaminmangel, Blutarmut und Hormonstörungen, Osteoporose vorprogrammiert. Bei den Männern treten vermehrt Erektionsstörungen auf und bei Frauen bleibt oft die Regelblutung aus. Da der Betroffene sein soziales Umfeld vernachlässigt, können Angstzustände, Vereinsamung und Depressionen vermehrt entstehen. Auch wird die Arbeit oft vernachlässigt. Die Konzentration für die Arbeit lässt zu wünschen übrig und ist stattdessen auf den Sport gerichtet. Kann der Sportsüchtige aus irgendeinem Grund nicht seinen sportlichen Aktivitäten nachkommen, so treten körperliche und seelische Symptome wie:

  • Kopfschmerzen
  • Magenschmerzen
  • Nervosität
  • Zittern
  • Schuldgefühle
  • Gereiztheit
  • Depressionen
  • Angstzustände
  • Innere Unruhe
  • Aggressionen
  • Lustlosigkeit


Therapie
Wie bei den anderen Suchtformen auch, gibt es sowohl die Eigentherapie als auch die ambulante und stationäre Therapie. Die Eigentherapie bleibt jedoch häufig erfolglos, da die Willenskraft und auch die Willensstärke zu schwach sind um dies zu meistern. Bekommt der Betroffene allerdings viel und ausreichende Unterstützung von seinem sozialen Umfeld, so ist Erfolg dieser Sportsucht-Therapie nicht weit entfernt. Bei der ambulanten und auch stationären Therapie, bekommen Sie ärztliche Unterstützung und Hilfe. Erkundigen Sie sich am besten bei dem Arzt Ihres Vertrauens. Dieser weiß genau, welche Art von Therapie für Sie am besten ist. War man in seinem Leben einmal süchtig, egal von welcher Substanz oder Verhalten, so ist der Betroffene sein Leben lang Sucht gefährdet trotz Therapie.

Tags: Sportsucht

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Letzte Änderung des Artikels: 2011-02-22 17:51
Autor: admin
Revision: 1.1

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