Navigation
Einträge in dieser Kategorie
Tags
Quicklinks
Suchtformen » Verhaltensbezogene Abhängigkeiten
Kaufsucht
Definition
Unter einer Kaufsucht versteht man ein ständiges zwanghaftes Verlangen, Dinge zu kaufen, die im Grunde nicht gebraucht werden. Auch können diese Dinge schon ein- oder mehrfach im Haushalt des Käufers vorhanden sein. Es wird sinnlos gehortet oder verschenkt werden. In den meisten Fällen werden die erworbenen Sachen allerdings versteckt oder vernichtete, bevor sie noch nicht einmal ausgepackt wurden, damit die Kaufsucht nicht auffällt.
Es zählt also nicht der gekaufte Gegenstand, sondern lediglich die Handlung des Kaufens. In der Regel wird im Laufe der Zeit immer öfter und auch immer teurer eingekauft. Der Betroffene empfindet beim Kaufen eine Art Befriedigung und ein schönes Gefühl. Kurzzeitig scheinen alle Probleme und Sorgen vergessen. Aber zu Hause sind die positiven Gefühle meistens schon vorbei.
Die Kaufsucht ist noch inter folgenden Bezeichnungen bekannt:
- Kauflust oder krankhafte Kauflust
- krankhafte Kaufsucht
- Kaufrausch
- Triebhafte Kaufsucht
- Kaufwut
- Frustkauf
- Anfallsweise Einkaufen
- Oniomanie
Ursachen
Die Kaufsucht kann ganz unterschiedliche Ursachen haben:
- Depressionen
- Geringes Selbstwertgefühl
- Probleme am Arbeitsplatz
- Ängste
- Innere Leere
- Einsamkeit
- Langeweile
- Schlechte Laune
- Stress
- Traumatische Erlebnisse ( z. B. Misshandlungen oder der Tod eines geliebten Menschen )
- Familiäre Probleme
- Soziale Unsicherheit
Die Betroffenen versuchen mit dem Kaufen diese Gefühle bzw. Probleme in den Griff zu bekommen. Allerdings gelangt der Betroffene nach und nach in einen Teufelskreis: Die negative Gefühle oder Probleme führen dazu, dass der Betroffene Shoppen geht. Kurze Zeit später bekommt der Betroffene jedoch Schuldgefühle oder auch Depressionen, welche durch ein erneutes Einkaufen versucht wird zu bewältigen. In den meisten Fällen jedoch liegen die Gründe für solch ein Suchtverhalten in der Kindheit. Dem Betroffenen fehlte die Zuwendung, vor allem der Eltern, die Anerkennung anderer, es bestand ein Mangel an Liebe und Geborgenheit. Die Betroffenen haben erleben müssen, dass sie nicht wichtig sind und durften die eigenen Gefühle nicht offen zeigen. In solchen Situationen werden die Kinder mit Spielzeug oder Süßigkeiten entschädigt. Die andere Möglichkeit ist, dass das Kind unter einer materiellen Entbehrung gelitten hat. Im Erwachsenenalter möchte der Betroffene dieses Mangelempfinden loswerden und wird kaufsüchtig. Er leistet sich nun alle Dinge, die er sonst nie haben durfte. Das Kaufen ist nun eine Art Ersatz an Zuwendung. Die Unzufriedenheit der Frauen wird meistens mit dem Kaufen von Schuhe, Kleidung, Schmuck oder Make- Up gestillt. Männer dagegen kaufen sich eher Computer, Handys, Autozubehör, Sportgeräte, Antiquitäten oder andere technische Geräte.
Symptome
Auch bei dieser Suchtform ist der Übergang zwischen dem unproblematischen und problematischen Verhalten fließend und kaum zu erkennen. Als erstes besteht nur ein gewohnheitsgemäßer Konsum, dann der Missbrauch und letztendlich ist das schädliche Verhalten bis hin zur Abhängigkeit vorhanden. Dieser Prozess kann sich jedoch über einen Jahr hinziehen. Die ersten Anzeichen einer Kaufsucht ist, wenn man vor den Regalen im Geschäft steht und das Verlagen hat das ein oder andere zu kaufen, auch wenn dies bereits vorhanden ist oder nicht gebraucht wird. Ist dies nun öfters der Fall, sollte man sich professionellen Rat bzw. Hilfe suchen. Je weiter die Kaufsucht herangescheitert ist, desto seltener fällt es einem selber auf, dass man süchtig ist. In diesen fortgeschrittenem Stadium bemerkt man es jedoch an der leeren Geldbörse, am leeren oder mit Schulden überfülltem Konto, dem vollen Keller oder Kleiderschrank.
Weitere Anzeichen für eine Kaufsucht können sein:
- Zwang zur Wiederholung
- Kontrollverlust
- Toleranzentwicklung ( es wird länger eingekauft als vorgenommen )
- Dosissteigerung ( es wird immer mehr und teurere Sachen eingekauft )
- Kauf von Waren wie über den Bedarf hinaus
- Entzugserscheinungen
- Depressionen
Viele Menschen, die an einer Kaufsucht leiden, schämen sich und leugnen ihr Problem. Sie suchen sich erst Hilfe, wenn der Schuldenberg bereits sehr hoch ist, die Partnerschaft oder Familie zu zerbrechen droht oder bereits zerbrochen ist. Einige kaufsüchtige Menschen wissen nicht mehr wohin mit den ganzen gekauften Sachen. Die Waren finden keinen Platz mehr und werden auch nicht mehr weg geräumt. Dadurch besteht die Gefahr an einer zusätzlichen Krankheit zu erkranken: dem Messie-Syndrom. Um das Chaos in der Wohnung zu verbergen, wird keiner mehr in die Wohnung gelassen und der Betroffene schirmt sich von seiner Umwelt, vor allem den Freunden und Angehörigen, ab. Können die Betroffenen aus irgendeinem Grund nicht einkaufen gehen, so bekommen sie Entzugserscheinungen wie:
- Zittern
- Nervosität
- Unruhezustände
- Starkes Schwitzen
- Depressionen
- Herzrasen
Therapie
Auch für die Kaufsucht gibt es bis jetzt keine feste Behandlungsmöglichkeit. Ähnlich wie bei der Mediensucht und Spielsucht werden auch hier Verhaltenstherapien angewendet. Vorher jedoch ist es ebenso notwendig die Gründe für eine Kaufsucht herauszufinden. Bei der Therapie einer Kaufsucht geht man folgendermaßen vor:
1. Das Kaufsuchtverhalten wird unterbrochen. Außerdem wird dem Betroffenen beigebracht, einkaufen zu gehen ohne die Kontrolle zu verlieren und in das alte Verhaltensmuster zurückzufallen
2. Die Gründe bzw. Ursachen der Kaufsucht werden beseitigt z. B. durch:
- Aufbau von Interessen
- Aufbau und Erarbeitung eines gesunden Selbstwertgefühls
- Erlernen von Selbstbehauptungsstrategien
- Strategien erarbeiten, wie mit Konflikten oder Problemen umgegangen wird
- Strategien erlernen, wie mit negativen Gefühlen umgegangen wird
Zudem können folgende Maßnahmen nützlich sein:
- Beim Einkaufen nur noch mit Bargeld bezahlen
- Regelmäßig die Kontoauszüge kontrollieren
- Nur streng nach einen Einkaufszettel einkaufen
- In der Vorweihnachtszeit und beim Schlussverkauf möglichst die Innenstädte und Einkaufszentren meiden
Tipps für ein gesundes Geldmanagement
Nachfolgend haben wir für Sie ein paar Tipps, wie Sie ein gesundes Geldmanagement haben werden und so vielleicht ein wenig gegen eine Kaufsucht arbeiten können:
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge
- Notieren Sie 2 Wochen lang wie viel und was sie an Geld ausgegeben haben ( bis auf den Cent genau )
- Bezahlen Sie möglichst immer mit Bargeld. Benutzen sie keine EC- Karten oder Kreditkarten
- Vermeiden Sie TV- Einkäufe
- Kaufen Sie nicht Online ein
- Werfen Sie Kataloge weg, denn sie verleiten nur zum Kaufen
- Kaufen Sie möglichst nicht nach Katalog ein
- Gehen Sie lieber öfters geplant einkaufen als einmal einen Großeinkauf zu machen
- Gehen Sie nicht spontan, unter Zeitdruck und nicht mit leerem Magen einkaufen
- Haben Sie nie mehr Bargeld in der Tasche als nötig in Ihrer Geldbörse
- Solange Sie Schulden haben, kaufen Sie nur das Nötigste ein
- Legen Sie sich eine finanzielle Notreserve an; sparen Sie jeden Monat z. B. 10 % Ihrer monatlichen Einkünfte oder einen möglichen Festbetrag
- Schreiben Sie sich immer einen Einkaufszettel. Überprüfen Sie beim Einkaufen immer die Waren, die auf der Liste steht und die in Ihrem Einkaufswagen liegen
- Wenn Sie irgendetwas kaufen möchten, was nicht auf Ihrem Einkaufszettel steht, dann nehmen Sie sich 12- 24 Stunden Bedenkzeit
Tags: Kaufsucht
Verwandte Artikel:
- Definition von Sucht und Abhängigkeit
- Anzeichen für Abhängigkeit
- Essstörungen
- Wovon kann man süchtig werden?
Letzte Änderung des Artikels: 2011-02-25 21:48
Autor: admin
Revision: 1.4
Kommentieren nicht möglich
>