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Suchtformen » Substanzbezogene Abhängigkeiten
Cannabinoiden- Sucht
Definition
Eine Cannabis- bzw. Cannabinoiden-Sucht ist ein nicht bezwingbares, sehr starkes Verlangen Cannabis oder Cannabinoiden zu konsumieren. Dabei ist das Ziel des Betroffenen meistens ein positives Empfinden herbeizuführen oder unangenehme Gefühle zu vermeiden.
Cannabis ist der wissenschaftliche Name der sogenannten Hanfpflanze. Umgangssprachlich wird Cannabis aber auch als ein Sammelbegriff für Rauschmittel, die aus Hanf hergestellt werden, gebraucht. Dies ist zum einen die getrockneten und zerkleinerten harzhaltigen Pflanzenteile, die als Marihuana oder als Cannabiskraut bezeichnet werden, und zum anderen das aus den Blüten und Blättern gewonnene Harz, welches als Cannabisharz oder Haschisch bezeichnet wird. Die Wirkung von Haschisch ist stärker als von Marihuana. Noch stärker jedoch ist das Cannabiskonzentrat oder auch Haschischöl genannt, welches durch die Anreicherung der Wirkstoffe auf chemischer Art und Weise, entsteht. In allen Ländern ist vom Gesetzt her der Anbau, der Konsum und der Verkauf von Cannabis verboten. In diesen Fällen tritt dann das Betäubungsmittelgesetz oder das Suchtmittelgesetz in Kraft. In einigen Ländern wird der Umgang mit dem Cannabis jedoch geduldet, zum Beispiel in der Schweiz, in Spanien, in den Niederlanden, in Tschechien.
Als Cannabinoide werden die Wirkstoffe der Cannabispflanze bezeichnet. In dem Harz der Pflanze sind über 70 Cannabinoide vorhanden. Einige davon, zum Beispiel das Tetrahydrocannabinol (THC) weist eine psychotrope Wirkung auf. Dies bedeutet, dass diese Substanz die Psyche eines Menschen beeinflusst.
Konsum
Cannabis ist, neben dem Nikotin und dem Alkohol, die am häufigsten gebrauchte und gehandelte Droge. Weltweit gilt Cannabis sogar als die am meisten konsumierte illegale Droge. Der Cannabis-Konsum wird vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt. Am beliebtesten ist das Hanfgewächs bei 18- 20 jährigen Menschen. Etwa ein Viertel der Menschen in den EU- Ländern zwischen 18 und 60 Jahren hat schon mal Cannabis konsumiert. Allerdings beschränkt sich der Konsum meistens auf ein einmaliges „Ausprobieren“ oder auf eine gewisse Zeitspanne.
Der Cannabis- Konsum kann über verschiedene Wege erfolgen:
- als Joint: Der Konsument dreht sich eine Zigarette selbst, in der das zerkleinerte Marihuana oder Haschisch, welches aus der Hanfpflanze gewonnen wird, mit Tabak vermischt und dann geraucht wird.
- als Aufguss: die Cannabisprodukte können mit heißem Wasser übergossen werden oder in heißem Tee aufgelöst und danach konsumiert werden.
- als Kuchen oder Kekse: Hanf kann auch als Bestandteil eines Kuchens oder von Keksen verwendet werden. Das Gebäck wird als Space-Cakes bezeichnet.
- Über eine (Wasser-) Pfeife: Das Cannabis kann auch über eine Pfeife oder eine Wasserpfeife geraucht werden. Durch diese erlebt der Konsument den Rauschzustand meistens intensiver als bei einem Joint.
- als Öl: das Haschischöl hat ine teerartige Konsistenz und wird zum Beispiel auf Zigaretten geträufelt oder in Speisen verarbeitet. Diese Art des Konsums kommt jedoch selten vor.
Wirkung von Cannabis
Wurde ein Cannabis-Produkt wie zum Beispiel Marihuana oder Haschisch konsumiert, so tritt ein sogenannter Rauschzustand ein. Dieser kann mit verschiedenen körperlichen und seelischen Symptomen auftreten:
- Gefühle wie zum Beispiel Freude, Angst, Scham
- Beeinträchtigung des logischen Denkens
- Konzentrationsstörung
- Halluzinationen ( bei hoher Dosis )
- Aggressivität ( eher selten )
- Bewusstseinsstörung
- Trägheit
- Müdigkeit
- Gelassenheit, Entspannung
- Wohlbefinden, Heiterkeit
- Bedürfnis, sich anderen mitzuteilen
- Übermäßiges Hunger- und Durstgefühl
- Verstärkung der Sinneswahrnehmung wie Sehen und Hören
- Verstärkung des Schallempfindens
- Verstärkung der bildlichen Vorstellungskraft
- Sinnestäuschungen, Konsumenten nehmen zum Beispiel die Zeit verlangsamt wahr
- Gerötete Augen
- Permanente Pupillenerweiterung
- Erhöhter Blutdruck
Allgemein wird jedoch oft der Cannabiskonsum als entspannend, beruhigend und stimmungshebend empfunden. Aus diesen Gründen wird meistens auch das Kraut konsumiert. Eine gehobene bis euphorische Stimmung soll erreicht werden. Dennoch ist es individuell sehr unterschiedlich, welche Wirkung das Cannabis tatsächlich erzielt. Einige Menschen nehmen überhaupt keinen Effekt wahr und andere gelangen in diesen gewünschten euphorischen Rauschzustand oder werden sogar müde und träge davon. Manche Menschen fühlen sich nach dem Cannabiskonsum schlecht und traurig und die anderen sind fröhlich und gut gelaunt. Diese verschiedensten Zustände können aber nicht nur von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein, sondern auch bei der ein und derselben Person. Beim Rauchen des Cannabis hält die Wirkung für etwa 2 bis 3 Stunden an und der Rauschzustand tritt bereits nach wenigen Minuten ein. Die Wirkung des Cannabis nach einem oralen Verzehr tritt dagegen erst nach einer halben bis zu 2 Stunden später ein. Der Körper baut das Cannabis recht schnell wieder ab. Der Vorgang geschieht hauptsächlich in der Leber. Da das Cannabis eine hohe Fettlöslichkeit besitzt und durchaus schwer in Wasser löslich ist, lagert sich es sich daher leicht in fettreichem Gewebe an. Aus diesem Grund ist der Wirkstoff auch noch 30 Tage im Urin und Blut nachweisbar. Handelt es sich um einen Dauerkonsum kann das Cannabis wesentlich länger nachgewiesen werden.
Folgeschäden
Bei einem Konsum bestehen vor allem die direkten Gefahren an der Psyche.
Es wird unterschieden zwischen:
- Akut Risiken
- Langfristige Folgen
- Körperliche Schäden
1) Akute Risiken:
Besteht ein regelmäßiger Konsum von Cannabis, so kann es zu beachtlichen psychischen Problemen kommen, wie zum Beispiel zu Panik- oder Angstgefühlen. Auch kann sich ein pschosenaher Zustand entwickeln, die mit ausgeprägten Verfolgungswahn und Gedankensprünge einhergehen. Außerdem treten sehr oft Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit und des Kurzzeitgedächtnisses auf. Auch lassen sich häufig Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen beobachten. Der Konsument lebt immer mehr in einer Vereinsamung. Zwar sehnt sich der Betroffene noch oft nach einen Gemeinschaftsleben, aber es wird immer mehr Zeit und alleine in der eigenen Wohnung verbracht. Zusammengefasst kann es zu folgenden unerwünschten Risiken kommen:
- Denken: Aus den kleinen Gedankensprünge wird ein endloses Durcheinander im Kopf. Dem Betroffenen fällt es schwer einen klaren Gedanken zu fassen. Auch haben die Konsumenten oft unheimlich viele Ideen, in die sie sich hineinsteigern.
- Kommunikation: Der Konsument fühlt sich von seinen Mitkonsumenten ausgegrenzt. Es wird das Umfeld nur eingeschränkt wahrgenommen; der Betroffenen ist wie in „seinem eigenen Film gefangen“. Auch besteht keine Möglichkeit sich den anderen mitzuteilen.
- Fühlen: Es entstehen Angst- und Panikgefühle. Auch können psychotische Symptome wie zum Beispiel Verwirrtheit und Verfolgungsideen vorhanden sein.
- Wahrnehmung: Der Betroffenen neigt zu Überempfindlichkeit bis hin zu Halluzinationen
- Gedächtnis: Da das Kurzeitgedächtnis beeinträchtigt wird, kommt es zu Erinnerungslücken und dem sogenannten „Filmriss“.
- Körpererleben: Der Körper kann auf das Cannabis mit Übelkeit, Schwindel und Herzrasen reagieren. Eine mögliche Folge kann ein Kreislaufzusammenbruch sein.
2) Langfristige Folgen
Ein langfristiger Cannabiskonsum kann mit psychischen, sozialen und körperlichen Schäden einhergehen. Was jedoch alles im menschlichen Körper passiert und welche Folgeschäden es nun wirklich verursacht, wird heute noch von Wissenschaftler studiert und erforscht. Dennoch ist es wissenschaftlich bewiesen, dass etwa 4 bis 7 Prozent aller Konsumenten neben einer seelischen Abhängigkeit auch eine körperliche Abhängigkeit entwickeln. Zudem ist es sehr sicher, dass Konsumenten das Risiko eindeutig erhöhen, eine Psychose zu entwickeln. Nach heutigem Wissensstand geht man davon aus, dass das Cannabis keine schwerwiegenden Hirnschäden verursacht, wie sie zum Beispiel von schwerem Alkoholkonsum bekannt sind. Erforscht wurde jedoch, dass Cannabis schädliche Auswirkungen auf die Atemwege habt. Es muss jedoch auch der eventuell ebenso mit gerauchte Tabak bzw. Nikotin berücksichtigt werden. Besteht bereits in der Pubertät ein Cannabiskonsum, so kann sich dieser ungünstig auf die weitere Entwicklung des Kindes auswirken.
3) Körperliche Schäden:
Zu den körperlichen Schäden von Cannabiskonsum wird vor allem das erhöhte Risiko für Lungenkrebs gezählt. Auch ist die Lungenfunktion an sich extrem beeinträchtigt. Auch bringt ein regelmäßiger Cannabiskonsum eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit einher. Darunter fällt beispielsweise die Konzentration, die Aufmerksamkeit und die Lernfähigkeit. Ansonsten sind alle anderen Forschungen zu diesem Thema noch nicht ausreichend Belegt. Darunter zählen:
- Die Auswirkungen des Cannabiskonsums in der Schwangerschaft
- Die Einflüsse von Cannabis auf das Hormon- und Immunsystem
Tags: Cannabis, Haschisch, Rauchen
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Letzte Änderung des Artikels: 2011-03-10 22:15
Autor: admin
Revision: 1.1
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