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ID #1001

Tabak- / Nikotinsucht

Definition
Eine Tabak- und Nikotinsucht ist das zwanghafte und regelmäßige Verlangen nach Nikotin bzw. Tabak.
Hier besteht die Möglichkeit den Tabak in Form einer Zigarette, einer Zigarre oder einer Pfeife zu Rauchen oder den Tabak zu schnupfen. Da der Zigarettenkonsum weit überwiegt spricht man meistens von einer Zigarettenabhängigkeit oder –sucht. Wie bei den meisten Abhängigkeitsformen auch, unterscheidet man bei der Zigarettenabhängigkeit zwischen einer seelischen ( psychisch ) und körperlichen ( physisch ) Abhängigkeit.
Die seelische  Abhängigkeit kommt aus dem innerlichen des Körpers und man verspürt ein extremes Verlangen Nikotin immer und immer wieder zu konsumieren. Auch bei der körperlichen Abhängigkeit verspürt man dieses Verlangen, jedoch treten zusätzlich beim Fehlen des Nikotins Entzugserscheinungen auf. Schließlich ist Nikotin ein hochgiftiges Suchtmittel. Diese jedoch halten bei jedem Menschen unterschiedlich stark und unterschiedlich lange an. Während der eine Nikotinabhängige überhaupt keine Entzugserscheinungen verspürt, treten bei dem anderen sehr starke körperliche Symptome auf.

Ursachen
Die Ursachen einer Nikotinabhängigkeit entstehen erst durch das ständige Rauchen. Hat man den Zigarettenrauch inhaliert, erreicht dieser nach weniger Zeit die Lunge, die ihn weiter an unsere komplette Blutbahn leitet. In unserem Gehirn ist eine sogenannte Blut- Hirn- Schranke vorhanden, die sozusagen ein Filter unseres Körpers für körperfremde Stoffe darstellt. Nikotin hat jedoch die Fähigkeit diese Blut- Hirn- Schranke zu überwinden und in unser Gehirn zu gelangen. In unserem Nervensystem gibt es verschiedene Rezeptoren, auch Sinneszellen genannt, die für unsere Reizwahrnehmung sehr wichtig sind. Es gibt einen körpereigenen Botenstoff Neurotransmitter ), der die ähnliche Struktur wie vom Nikotin besitzt, das Acetylcholin. Da das Nikotin über die ähnliche Struktur des Acetylcholin verfügt, hat das Nikotin nun die Möglichkeit an den Acetylcholin- Rezeptor anzudocken. In diesem Fall wird automatisch eine Ausschüttung von weiteren verschiedenen Botenstoffen, wie zum Beispiel Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Endorphine, veranlasst. Letztendlich verursacht die Ausschüttung eine Anspannung des Körpers: die Köpertemperatur wird runter gefahren, das Herz schlägt schneller, dadurch steigt auch der Blutdruck und die Durchblutung der inneren Organ, der Arme und den Beinen wird herunter gefahren. Diese typische bewusste Reaktion unseres Körpers ist wie ein Abwehrmechanismus.
Ist einige Zeit vergangen, bei dem einen geht dies schneller bei dem anderen langsamer, beginnt der Botenstoff- Spiegel im Blut wieder zu sinken. Folge dessen sind Entzugserscheinungen. Der Körper verlangt also wieder nach Nikotin, damit sich der Kreislauf wieder schließt. Je öfter der Kreislauf geschlossen wird, desto mehr Nikotinrezeptoren werden gebildet, die unempfindlich für das Nikotin sind. Das Ergebnis davon ist, dass der Konsument immer öfter und mehr Nikotin zuführen muss, um eine  Befriedigung zu verspüren.
Der ganze Prozess findet innerhalb von ca. 7 Sekunden pro Zigarettenzug statt.
Neben dieser Ursache ist die entspannende Wirkung des Nikotins jedoch bedeutender. Der Grund dafür ist, dass das Belohnungszentrum im Gehirn, medizinisch auch Nucleus accumbens genannt, vom Nikotin angesprochen wird. Bei einem Nichtraucher bleibt diese entspannende Wirkung des Nikotins etwa 120 Minuten und bei einem starken Raucher nur noch ca. 30 Minuten bestehen. Wird das Nikotin vom Körper wieder abgebaut, so bildet sich Nikotinsäure, welches ein Vitamin des Vitamin- B- Komplexes ist. Die Nikotinsäure wirkt dabei gefäßerweiternd und lässt die psychomotorische ( geistige )  Leistungsfähigkeit steigern.
Auch sollte man sich bewusst sein, dass die Tabakhersteller neben dem hochgiftigen Nikotin auch noch ca. 600 andere Zusatzstoffe beimischen, die teilweise abhängig machen können.

Symptome
Es entstehen bei einer Nikotinabhängigkeit sowohl wieder körperliche als auch seelische Symptome. Beide werden sowohl bei der Nikotinaufnahme als auch bei dem Nikotinentzug auftreten.

Nikotinaufnahme

Bei den Symptomen spielt es keine Rolle, ob der Konsument bereits abhängig ist oder nur gelegentlich raucht. In beiden Fällen sind folgende Symptome vorhanden:

  • Schnelleren Puls ( das Herz schlägt schneller )
  • Anstieg des Blutdrucks
  • Senkung der Körpertemperatur
  • Verminderung der Durchblutung von inneren Organen, Armen und Beinen
  • Gefäßerweiternd ( beim Abbau des Nikotins )
  • Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit ( beim Abbau des Nikotins )


Nikotinentzug

Bei einem Nikotinentzug können folgende körperliche Symptome auftreten, die in der Regel nach 3 – 4 Wochen verschwunden sind:

  • Schlafstörungen
  • Nervosität
  • Angstzustände
  • Verlangsamter Fett- und Kohlenhydratabbau, daher Gewichtszunahme
  • Reizbarkeit
  • Zittern
  • Unzufriedene und depressive Stimmung
  • Unruhezustände
  • Aggressivität
  • Hungergefühl
  • Konzentrationsstörungen


Da die meisten Betroffenen eine längere Zeit das Nikotin konsumiert haben und sich zu bestimmten Situationen, zum Beispiel bei Stress und Problemen, in Gesellschaft, bei Langeweile oder um die geistige Leistungsfähigkeit anzuregen, das Rauchen angewöhnt haben, besteht die psychische Nikotinabhängigkeit meistens länger und werden als intensiver empfunden. Von daher fällt es den meisten Abhängigen sehr schwer, die Situationen ohne Nikotin zu erleben. Viele Ex- Raucher ersetzen das Rauchen mit Essen. Da der Körper nach einem Entzug jedoch Fette und Kohlenhydrate nur verlangsamt abbauen kann, kommt es recht häufig zu einer Gewichtszunahme. Wichtig ist daher, dass auf eine gesunde Ernährung geachtet und viel Sport getrieben wird, wenn eine Gewichtszunahme verhindert werden will.

Therapie
Nach der eigentlichen Therapie sind oft Entzugserscheinungen vorhanden. Die körperlichen sind vielleicht schon abgeklungen, aber die seelischen halten meistens länger an. Dies ist auch der Grund, warum viele Ex- Raucher wieder rückfällig werden. Nichts desto trotz gibt es einige Methoden, die Ihnen den Weg in eine rauchfreie Zukunft erleichtern können:

  • Die richtige Einstellung
  • Die Reduktionsmethode
  • Die Schluss- Punkt- Methode
  • Nikotinersatztherapie
  • Medizinische Unterstützung
  • Verhaltenstherapie
  • Sonstige Methoden


Die richtige Einstellung

Das wichtigste überhaupt ist, dass der Raucher die richtige innere Einstellung hat. Er muss selber den Willen haben von dem Tabakkonsum loszukommen. Ist dies nicht gegeben, so hat jeglicher Versuch, von dem Tabak wegzukommen, oft keinen Sinn. Der Raucher hat dann nicht die nötige Kraft um das Verlangen der nächsten Zigarette zu widerstehen. Auch wird es  dem Raucher ohne eigene Willensstärke wesentlich schwerer fallen gegen die Entzugserscheinungen zu arbeiten.

Die Reduktionsmethode

Die Reduktionsmethode wird vom Fachpersonal generell nicht gerne empfohlen. Bei dieser Methode wird nach und nach der Nikotinkonsum reduziert. Das Problem dabei ist, dass die letzten Zigaretten immer mehr an Bedeutung gewinnen, je weniger es werden. Im Enddefekt wird es dem Raucher nach dem Rauchen der letzten Zigarette extrem schwer fallen nun keine mehr zu rauchen.

Die Schluss- Punkt- Methode

Diese Methode wird heutzutage am ehesten zur Nikotinentwöhnung eingesetzt. Dabei wird ein bestimmter Termin ausgesucht, an dem der Nikotinkonsum ein Ende haben soll. Dabei wird keine vorherige Maßnahme, wie zum Beispiel die Reduktionsmethode, angewendet. Dennoch ist diese Methode mit den anderen Methoden kombinierbar um eine noch bessere Unterstützung bei diesem Vorhaben zu erhalten. Mit dieser Methode besteht die beste Erfolgsquote.

Nikotinersatztherapie

Bei de Nikotinersatztherapie wird das Nikotin in einer anderen Form dem Körper zugeführt. So gibt es Nikotinersatzpräparate als:

  • Pflaster
  • Kaugummi
  • Nasenspray
  • Inhalator
  • Lutschtablette


Als die Präparate gibt es in der Apotheke zu kaufen. Lassen Sie sich jedoch fachlich beraten, entweder von einem Apotheker oder einem Arzt, damit das beste Produkt Anwendung findet. Die Nikotinersatzpräparate werden über mehrere Wochen angewendet und nach und nach in der Dosis verringert. In dieser Therapieform ist die Reduktionstherapie automatisch mit eingebunden. Durch die Nikotinersatztherapie wird versucht, die Entzugserscheinungen so weit es geht zu verringern. Jedoch können diese nicht ganz unterdrückt werden.
Aber auch für diese Methode ist es wichtig einen starken Willen zu haben. Denn die Produkte sind eine gute Unterstützung jedoch kein Ersatz für einen fehlenden Willen den Nikotinkonsum zu unterlassen.

Medizinische Unterstützung

Manch einer möchte gerne unbedingt das Rauchen aufhören. Jedoch besteht das Gefühl, dass es alleine nicht funktioniert. In diesem Fall kann die ärztliche Unterstützung sehr sinnvoll sein. Der Arzt wird Ihnen, so gut es geht, in allen Punkten zu Helfen. Er hat zudem die Möglichkeit die Raucherentwöhnung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zu unterstützen. Diese verringern die Entzugserscheinungen, können aber Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schlafstörungen oder Kopfschmerzen aufweisen. Auch kann eine Akupunktur in Erwägung gezogen werden, die allerdings von dem Raucher selbst bezahlt werden muss. Dabei werden unterschiedliche Punkte des Körpers mit einem Laser oder kleinen Akupunkturnadeln stimuliert. Auf diese Weise kann man den Symptomen einer Entzugserscheinung entgegenwirken. Bei einer Verhaltenstherapie werden die Ursachen für das Verlangen nach dem Nikotin gesucht und bearbeitet. Dies bedeutet auch, dass die Ursachen besser von dem Betroffenen umgangen werden können. Während der Therapie wird zudem erlernt, wie der Konsument mit so ähnlichen Situationen umgehen sollte und nicht sofort zur nächsten Zigarette greifen muss.

Sonstige Methoden

Es gibt noch weitere Methoden, die eine wertvolle Hilfe auf dem Weg zum Nichtraucher sein können. Die Meinungen zu dessen Wirksamkeit gehen zwar auseinander, jedoch gibt es viele Ex- Raucher, die damit Erfolg hatten. Auch können diese Methoden problemlos mit den anderen bereits vorgestellten Methoden kombiniert werden.


Weitere Methoden wären:

  • Hypnosetherapie
  • Autogenes Training
  • Aversionstherapie


Verlauf
Der Einstieg in eine Zigarettenabhängigkeit ist in den meisten Fällen recht harmlos. Oft sind es psychische Probleme, aber auch Gruppendruck oder das Experimentieren im Jugendlichen Alter, die einen in die Abhängigkeit drängen. Bereits nach wenigen Zigaretten kann eine Zigarettenabhängigkeit bereits vorhanden sein, vor allem dann, wenn der Betroffene das Rauchen als positiv empfunden hat. Dann ist es sehr schwer einfach wieder davon wegzukommen. Ist die psychische Abhängigkeit bereits eingetreten, ist die körperliche Abhängigkeit auch nicht mehr weit fern. Der Körper ist nun an dem Nikotin gewöhnt und verlangt ständig nach einer Zigarette. Bekommt der Körper diese nicht, so entstehen dann die Entzugserscheinungen. Nach kurzer Zeit verlangt der Körper bereits höhere Dosen des Nikotins, um die Sucht zu befriedigen. Schnell kann aus einem Gelegenheitsraucher ein süchtiger Raucher werden. Je stärker die Abhängigkeit ist, desto mehr wird das Nikotin konsumiert. Kennt der Raucher kein Maß und Ziel der Zigaretten mehr, so ist er ein Kettenraucher. Dieser nimmt täglich eine große Menge von dem hochgiftigen Nikotin und deren ungesunden Inhaltsstoffen auf.


Vorbeugung
Eigentlich lässt sich die Nikotinabhängigkeit nur auf einem Weg vorbeugen, indem man das Nikotin von Anfang an vermeidet und erst gar nicht mit dem Rauchen anfängt. Eltern, Verwandte, Freunde und andere Vertrauenspersonen sollten ein gutes Vorbild sein und am Besten selber nicht Rauchen. Auch ist eine frühzeitige Aufklärung über das Rauchen und dessen möglichen Komplikationen und Folgen sehr wichtig. Auch gibt es an vielen gemeinnützigen Zentren und Schulen aufklärende und verhaltendtherapeutische Programme, die ebenso für Ihr Kind unterstützend seien könnten.

Tags: Nikotin, Rauchen, Tabak

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Letzte Änderung des Artikels: 2011-02-16 01:28
Autor: admin
Revision: 1.3

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