Kinder & Jugendliche

ID #1026

Sucht bei Kindern und Jugendlichen

Die Sucht bei Kindern und Jugendlichen ist weit verbreiteter als man denkt. Über 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche leben bei einer suchtkranken Mutter oder einem suchtkranken Vater. Genauer betrachtet, wächst etwa jedes 10. Kind in Österreich mit mindestens einen Elternteil auf, der alkoholabhängig ist; Sowohl vom  gleichen Haushalt betrachtet als auch vom unterhaltspflichtigen Elternteil, der nicht im selben Haushalt lebt.

Das elterliche Suchtverhalten nimmt die Kinder mehr mit als man als Eltern denkt. Alle beteiligten Familienmitglieder leiden darunter. Die Kinder, egal wie alt sie sind, versuchen mit dieser Situation auf deren Art und Weise klar zu kommen.

Die einen steigen in die Rolle der Verantwortungsbewussten. Dabei ist es typisch, dass sich das Kind um die jüngeren Geschwister kümmert, die Wohnung aufräumt, die Wohnung lüftet und vielleicht auch das Abendbrot vorbereitet. Es übernimmt praktisch die Aufgaben des süchtigen Elternteils. Dies ist allerdings alles andere als einfach für das Kind. Schließlich ist es noch ein Kind und den Aufgaben noch nicht gewappnet.

Ein anderes Kind entwickelt sich in solch einer Situation zu einem Rebellen. Neben den Problemen in der Schule, ist es auch noch oft in Streitereien und Schlägereien verwickelt. Auch werden oft Sachen geklaut, sei es im Supermarkt oder von Menschen. Nach der Schule wird oft mit gleichgesinnten um die Häuser gezogen und eventuell noch fremde Häuser mit Sprühfarbe besprüht. Selbst nach diesen Taten schenken die Eltern dem Kind keine Beachtung. Auch kriegen sie oft keinen Ärger für die verbotenen Taten. Die Eltern bzw. das Elternteil ist einfach mit deren eigenen Problemen beschäftigt.

Dann ist da noch das stille Kind. Oft verkriecht es sich einfach in das eigene Zimmer. Dort schaut es am liebsten Fernsehen, liegt auf dem Bett und liest oder träumt einfach vor sich hin. Es möchte von all den Problemen der Eltern eigentlich nichts mitbekommen. Trotz alle dem kommt vielleicht die Mutter häufig weinend zu dem Kind an und erzählt, was der Vater mal wieder angestellt hat. In dieser Situation wird nur still schweigend zugehört. Dies muss das Kind dann mit sich selbst aus machen und irgendwie verarbeiten. Die Kinder leiden unter Familiengeheimnisse und vor allem unter verwirrende Gefühle zwischen Liebe, Hass und Schuld.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Kinder aus suchtbelasteten Familien eines oder mehrere dieser folgenden Merkmale aufweisen:

  • Die Kinder sind oft Misshandlungen und sexuellem Missbrauch ausgesetzt
  • Die Kinder fallen oft durch mangelnde Leistungen in der Schule und unangemessenem Verhalten auf
  • Die Kinder weisen häufig perfektionistisches Verhalten auf
  • Die Kinder neigen zu Aufmerksamkeitsstörungen, zu Hyperaktivität und zu Störungen des Sozialverhaltens
  • Die Kinder bleiben oft einsam zu Hause und betrachten sich meistens übermäßig selbstkritisch
  • Die Kinder werden fast doppelt so oft in Krankenhäuser eingewiesen aufgrund psychischer Störungen
  • Die Kinder werden relativ oft zu einem späteren Zeitpunkt selbst suchtkrank und / oder sind im Erwachsenenalter häufig psychisch beeinträchtigt


Wie kann man solch einem Kind helfen?
Kinder von suchtkranken Eltern brauchen in erster Linie Erwachsene, die das nötige Vertrauen dem Kind gegenüber aufbringen. Sie sollten dem Kind zuhören, ihm helfen, zum Beispiel bei den Hausaufgaben usw., und vor allem auch die Anteilnahme zeigen. Außerdem sollte das Kind über die Krankheit des Elternteils altersgerecht informiert werden. Sowohl die Auswirkungen als auch die bestehenden Hilfsangebote sollte erklärt werden. Zudem sollte diese erwachsene Person auch dem suchtkranken versuchen zu helfen und auf die Suchtprobleme aufmerksam machen. Diese Aufgabe kann sowohl der nichtbetroffene Elternteil, als auch eine andere erwachsene Bezugsperson übernehmen. Es sollte das Kind möglichst viel unterstützt und auch gefördert werden.

Sie sollten ermutigt werden:

  • an gemeinschaftlichen Aktivitäten teilzunehmen, zum Beispiel einen Sportverein, einen Jugendkreis oder eine Musikschule besuchen
  • seine eigenen Fähigkeiten und Begabungen zu erkennen und zu fördern
  • in schwierigen Situationen oder bei unvorhergesehenen Ereignissen auf Nachbarn, Freunden oder anderen Bezugspersonen zuzugeben und sich anzuvertrauen.


Es kommt auch häufig vor, dass sich das Kind keinem in seinem Umfeld anvertrauen möchte. In diesem Fall wird auch Hilfe im Internet angeboten oder beim Seelsorger –Telefon. Genau dasselbe gilt auch für Bezugspersonen, die einem Kind helfen wollen, aber nicht mehr weiter wissen.

Wenn die Kinder und Jugendlichen selber süchtig sind…
Am meisten verbreitet ist die Alkohol- und Nikotinsucht bei Jugendlichen. Durch die Medien gingen nicht selten Berichte über Flatrate- Partys, auf denen in dem Eintrittspreis bereits die verzehrten Mengen an Alkohol unbegrenzt vorhanden sind, und Jugendliche, die soviel Alkohol tranken, dass sie ins Koma fielen. Immer beliebter werden die Suchtsubstanzen bei den Jugendlichen. Seit 1990 haben sich die Fälle von Alkoholvergiftungen in Krankenhäuser verfünffacht. Betroffen waren hier Jugendliche im Alter zwischen 10 und 20 Jahren. Selbst nach dem Aufwachen in einem Krankenhaus sind viele Jugendlichen von den Folgen des Alkohols nicht abgeschreckt. Bei einer Umfrage gaben etwa 18 Prozent der Jugendlichen an, dass sie das Trinkverhalten so beibehalten wollen oder sogar erhöhen wollen. Auch die restlichen 82 Prozent der Jugendlichen verzichten nicht auf den Alkohol. Meistens können sie schon nicht darauf verzichten!

Ursachen
Bei vielen Jugendlichen spielt das Trinkverhalten der Freunde eine wesentliche Rolle. Denn in der Regel passt sich das eigene Trinkverhalten des Jugendlichen dem des Freundeskreises an. Besonders häufig entsteht dann ein Gruppenzwang. Die Jugendlichen werden entweder gezwungen mitzutrinken oder sie fühlen sich selbst bei einer Verweigerung des Alkohols „uncool“. Es kommt auch mehrfach vor, dass sie die Eltern als Vorbilder benutzen, die Alkoholkrank sind und somit oft zur Flasche greifen. Aber dies gilt nicht nur für den Alkohol. Auch andere Suchtsubstanzen, wie Nikotin, harte Drogen usw. werden konsumiert. Vor allem ist dies vielfach der Fall, wenn der Jugendliche in seiner Freizeitbeschäftigung Diskotheken oder andere Clubs besucht. Bei kulturellen oder Sportveranstaltungen ist dies weniger der Fall. Außerdem werden die Suchtsubstanzen in der Öffentlichkeit oft positiv dargestellt.

Zum Beispiel wird der Alkohol so dargestellt, dass er:

  • lustig macht
  • locker macht
  • kommunikativ macht
  • das Selbstbewusstsein auf Vordermann bringt, zumindest für eine gewisse Zeit
  • die Hemmungen wegspült
  • hilft, den Alltag und damit auch die Probleme zu vergessen


Ein anderer Grund für das vermehrte konsumieren der Suchtsubstanzen könnte die Pubertät sein. Denn gerade in dieser Zeit erscheint zum Beispiel der Alkohol als außerordentlich attraktiv.

In der Pubertät geschieht so viel mit einem Jugendlichen:

  • der Körper verändert sich und dadurch wird das Selbstbild durcheinander gebracht
  • die Rolle in dem Freundeskreis muss gefunden werden
  • die berufliche Zukunft muss geplant werden
  • die Sexualität erwacht und bringt positive und auch negative Emotionen und Gefühle mit sich
  • es muss sich irgendwann vom Elternhaus gelöst werden


In dieser Zeit des Lebens ist es durchaus sehr wichtig, dass eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den Eltern und dem Kind bzw. dem Jugendlichen besteht. Denn die Balance zwischen den altersgerechten Freiräumen und den nötigen Verboten ist wichtig. Die Eltern sollten ihr Kind emotional stabilisieren, denn nur wer ein gesundes Selbstwertgefühl hat und gelernt hat mit Enttäuschungen und Rückschlägen umzugehen, braucht keine Suchtsubstanz um sich besser zu fühlen. Auch sollte dem Kind bestimmte Aufgaben und auch Verantwortung zugesprochen werden. Auf keinen Fall sollte das Kind überbehütet werden, denn dadurch werden die Jugendlichen ebenso nachweislich motiviert in einen Drogenkonsum zu fallen.

Aufklärung ist das A und O
Es ist sehr wichtig die Kinder und Jugendlichen frühzeitig mit diesem Thema zu konfrontieren. Das wichtigste dabei ist noch, dass die Gefahren eines solchen Konsums aufgezählt und vielleicht anschaulich gemacht werden. Bei vielen Jugendlichen fruchtet das logische Argumentieren.

Folgende Gefahren sollten auf jeden Fall erwähnt werden:

  • irreparable Leberschäden ( zum Beispiel Leberzirrhose oder Tumor )
  • epileptische Anfälle können verursacht werden
  • der Blutzuckerspiegel sinkt sehr schnell, sodass der Betroffene in ein lebensbedrohliches Koma fallen kann
  • Lebenswichtige Reflexe, wie zum Beispiel das Kälteempfinden, Husten und Erbrechen werden gehemmt. Dadurch besteht die Gefahr, dass man erstickt oder im Winter erfriert
  • Der Alkohol macht dick. Er hat viele Kalorien. ( dies wirkt besonders bei jungen Mädchen abschreckend )
  • Die Konzentrationsfähigkeit und das Denkvermögen lässt erheblich nach

Tags: Jugendliche, Kinder

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Letzte Änderung des Artikels: 2011-02-28 17:55
Autor: admin
Revision: 1.1

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