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ID #1004

Zuckersucht

Definition
Eine Zuckerabhängigkeit nennt man ein andauerndes Verlangen Zucker bzw. Kohlenhydrate zu sich zu nehmen.
Generell sind Kohlenhydrate überaus wichtig für unseren Körper. Sie versorgen unsere Organe, das Gehirn, Muskeln, die Zellen und die Erythrozyten ( roten Blutkörperchen ) mit Energie. Wird dem menschlichen Körper jedoch zuviel Kohlenhydrate zugeführt, gelten die überschüssigen Kohlenhydrate nicht mehr als Energiequelle, sondern sie lagern sich als Fettdepots an und verursachen letztendlich eine Zuckerabhängigkeit.
Im Enddefekt wird das Gehirn im Laufe der Zeit zuckerabhängig. In erster Linie besteht eine psychische Abhängigkeit, denn Zucker stimuliert das Belohnungszentrum in unserem Gehirn so sehr, dass man die Selbstkontrolle verliert und letztendlich abhängig wird.

Ursachen
Es gibt einige Ursachen, warum man an einer Zuckerabhängigkeit leiden kann. Sehr oft werden Zucker, Kohlenhydrate bzw. Süßigkeiten als „Seelentröster“ genutzt. Dies hat dann eine psychische Ursache. Hat man Probleme, Sorgen, Streit oder Stress greifen viele Menschen zu den Süßen Mitteln bevor sie mit Freunden oder Familie drüber reden.. Der Zuckerabhängige fühlt sich nach dem Konsum von Süßigkeiten viel besser. Die Wirkung des Zuckers ist oftmals vergleichbar mit einer harten Droge. Eine weitere Ursache ist die Überreaktion der Bauchspeicheldrüse, wenn der Blutzuckerspiegel im Blut massiv ansteigt. Es wird vermehrt Insulin produziert, das den Blutzuckerspiegel schnell und drastisch wieder sinken lässt. Es folgt eine „Unterzuckerung“, die den Drang nach weiteren Süßigkeiten auslöst. Letzten Endes wird ein Teufelskreislauf in Gang gesetzt.
Auch der Vitalstoffmangel kann eine Ursache für eine Zuckerabhängigkeit sein. Fehlt dem Körper ein lebensnotwendiges Material, wie zum Beispiel Vitamine, Spurenelemente und Mineralien, so macht sich unser menschlicher Organismus mit einer Heißhungerattacke oder einem ständigen Appetit bemerkbar. Meistens verlangt der Körper nach dem Nährstoff, der am schnellsten ins Blut gelangt, den Kohlenhydraten. Doch in vielen Lebensmitteln, wo Zucker enthalten ist, findet der Körper nicht den gesuchten Vitalstoff. Dadurch kommt es ebenso zu einem Teufelskreislauf. Die ganz andere Ursache kann sein, dass der Betroffenen von Anfang an die süßen Lebensmittel gerne isst, weil es ihm von klein an „beigebracht“ wurde. 

Symptome & Folgeerkrankungen
Nimmt man zu viele Kohlenhydrate zu sich, so kann es nach einiger Zeit nicht so positiv auswirken, wie man sich am Anfang erhofft. Folgende Symptome können bei einem überhöhten Kohlenhydratkonsum auftreten:

  • Antriebs- und Energielosigkeit
  • Müdigkeit, obwohl der Betroffene genügend Schlaf bekommen hat
  • Angstzustände
  • Pilzinfektionen ( z. B. Candida albicans )
  • Hautkrankheiten
  • Depressionen
  • Kopfschmerzen
  • Magen- und Darmprobleme, wie beispielsweise Durchfall, Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen
  • Schlafstörungen bzw. unruhiger Schlaf
  • Reizbarkeit
  • Haarausfall
  • Konzentrationsmangel, Vergesslichkeit
  • Hyperaktivität
  • Menstruationsbeschwerden
  • Nervosität
  • Geistige Verwirrtheit
  • Stimmungsschwankungen
  • Vermehrte Infektionskrankheiten, da das Immunsystem geschwächt wird


Nach und nach kann es bei einem stetigen Zuckerkonsum auch zu Folgeerkrankungen kommen:

  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck
  • Herz- Kreislauferkrankungen
  • Starke Gewichtszunahme
  • Ständiger Vitalstoffmangel
  • Arteriosklerose
  • Kaputte Zähne bzw. Karies


Diagnose
Haben Sie den Verdacht, dass Sie Zuckersüchtig sind? Dann machen Sie doch einfach einen Test. Versuchen Sie doch mal 7 Tage komplett ohne Zucker zu Leben. Achten Sie dabei auf alle Lebensmittelangaben, ob Zucker vorhanden ist, wenn ja, dann meiden Sie diese. Dies ist wichtig, denn Zucker ist in fast allen industriell zubereiteten und fertig abgepackten Nahrungsmitteln enthalten. Zum Beispiel in Brot, Salatsoßen, Ketchup, Dosenkonserven, Alkohol usw. Wird Ihnen bewusst, dass Sie eigentlich keinen einzigen Tag ohne Zucker auskommen, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Zuckerabhängigkeit besteht. Ein Gespräch mit einem Arzt kann auch Klarheit verschaffen. Zwar gibt es keinerlei Möglichkeiten eine Zuckerabhängigkeit medizinisch zu diagnostizieren, dennoch hat der Arzt viel Erfahrung und kennt die typischen Suchtcharaktere.

Therapie
Wie bei den anderen Suchtformen besteht die Therapie einer Zuckersucht darin, die vollständige und dauerhafte Abstinenz zu erreichen. Weil die Zuckersucht in unserer Gesellschaft noch nicht als dramatisch bezeichnet wird, muss jeder Betroffene seinen Entzug zu Hause durchziehen. Natürlich kann er sich vom Arzt oder bei Selbsthilfegruppen Unterstützung suchen, jedoch wird die Zuckersucht nicht stationär behandelt. Die meisten Menschen, die nach einem Zuckersucht- Entzug wieder Zucker essen, werden auch nicht wieder Rückfällig. Diese Möglichkeit besteht jedoch immer und bei jedem. Suchen Sie am besteh Ihren vertrauten Arzt auf und reden mit ihm darüber. Lassen Sie sich über Ihre Möglichkeiten genauestens informieren und aus der Zuckerabhängigkeit zu kommen. 


Vorbeugung
Versuchen Sie Süßigkeiten in Maßen zu essen. Ab und an ein Stück Schokolade ist nicht schlimm, aber eine ganze Tafel sollte es nicht sein. Greifen Sie lieber öfters zu süßen Obst oder Gemüse. Auch ist es wichtig generell auf die Kohlenhydratmenge zu achten, die man täglich zu sich nimmt. Die DGE ( Deutsche Gesellschaft für Ernährung ) empfiehlt eine Kohlenhydratzufuhr von 55- 60 Prozent der Gesamtenergiezufuhr.

Tags: Zuckersucht

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Letzte Änderung des Artikels: 2011-02-16 01:02
Autor: admin
Revision: 1.2

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