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Was können Eltern, Verwandte und Freunde tun?

Viele Menschen kommen das erste Mal in der Pubertät mit legalen aber auch illegalen Drogen in Kontakt. Dabei bleibt es bei einigen Jugendlichen wirklich nur beim „ausprobieren“ der Drogen, aber andere Jugendliche kommen nicht mehr so schnell davon weg. Entweder sie kommen erst nach einiger Zeit von den Drogen wieder weg, erhöhen den Konsum so, dass es  unproblematisch ist oder sie genießen die Droge immer und immer wieder, dabei wird ständig der Konsum erhöht, sodass eine Abhängigkeit nicht mehr zu umgehen ist. Je früher man das erste Mal mit solch einem Suchtmittel in Kontakt gerät, desto häufiger ist die Abhängigkeit die Folge. Das wichtigste ist also, den Betroffenen so früh wie möglich zu erreichen und eine Unterstützung zu geben - vor einer Abhängigkeit ist dies natürlich am besten und wirkvollsten.

Man sollte als Eltern, Verwandte und Freunde darauf achten, dass den Jugendlichen folgende Schutzfaktoren gegeben werden, um eine Abhängigkeit durch das „ausprobieren der Droge“ zu umgehen:

  • Vermitteln Sie ein gesundes Selbstwertgefühl
  • Geben Sie ein sicheres, beständiges soziales Umfeld
  • Achten Sie auf ein Freundeskreis ihres Kindes, in dem keine Suchtmittel konsumiert werden.
  • Machen Sie Ihrem Kind bewusst, dass Suchtmittel teuer und schwer zu beschaffen sind. Zählen Sie auch die möglichen Konsequenzen auf.
  • Gehen Sie selber als Eltern, Verwandte und Freunde verantwortungsvoll mit Alkohol um und rauchen Sie möglichst nicht.


Je mehrere Risikofaktoren auf den Betroffenen zutreffen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass aus dem Konsum eine Abhängigkeit entsteht:

  • Der Betroffene hat traumatische Erlebnisse, soziale und / oder familiäre Probleme
  • Täglicher Alkohol- und Tabaksucht in der Familie oder auf der Arbeit bzw. in der Schule
  • Die Drogen sind leicht zu beziehen
  • Regelmäßiger und nicht notwendiger Umgang mit Medikamenten


Seien Sie ein gutes Vorbild
Versuchen Sie als Eltern, Verwandte und Freunde ein gutes Vorbild zu sein. Es ist erwiesen, dass Kinder, deren Eltern regelmäßig Alkohol zu sich nehmen, rauchen oder andere Drogen konsumieren, sehr oft ebenso eine Abhängigkeit von Suchtmitteln entsteht. Viele Menschen brauchen abends zum Abschalten eine Flasche Wein oder Bier und der andere nimmt bei jedem kleinen Wehwehchen gleich ein Medikament ein. Diese Handlungen schauen sich Kinder bzw. Jugendliche, vor allem vor dem 10. Lebensjahr, ab und eifern sie später nach. Sie denken, die Suchtmittel sind die einzigen Lösungen für das anstehende Problem. Natürliche kann es auch mal Situationen geben, wo man ein Glas zu viel trinkt und über die Stränge schlägt. Dennoch sollten Sie auch zum Beispiel auf einer Familienfeier trotz Alkoholverzehr „Nein“ sagen, damit Ihr Kind lernt, später selbst bei einem Gruppendruck „Nein“ sagen zu können.

Setzen Sie klare Regeln
Es ist natürlich wichtig seinem Kind gewisse Freiräume einzuräumen. Aber auch feste Regeln sind nicht zu umgehen. Seien Sie dabei stets konsequent. Zum Beispiel ist es wichtig als Eltern darauf zu achten, dass das Kind unter 16 Jahren kein Alkohol bekommt. Auch sollte es da keine Ausnahme bei besonderen Gelegenheiten geben. Einem über 16 jährigen Jugendlichen jeglichen Alkohol zu verbieten ist vielleicht übertrieben, dennoch sollte ein stark angetrunkener Jugendlicher über seine Grenzen klar aufgeklärt werden.

Zeigen Sie Verständnis und geben genug Freiraum
Gibt es Probleme in der Schule oder bei der Ausbildung, so ist es wichtig seinem Kind Mut zu machen und ihm zu zeigen, dass es Dinge im Leben gibt, die einen aufmuntern können, zum Beispiel ein Sportverein, Musikschule, Jugendzentren, Freizeitbeschäftigungen wie ins Kino gehen usw. Natürlich sind diese Aktivitäten, mit Erfolge und Spaß aber auch mit eventuellen Enttäuschungen verbunden. Zudem ist es unumgänglich, dass der Jugendliche einen Ort zum zurückziehen und entspannen hat. Es gibt nämlich eine Menge an Jugendlichen, die keinen anderen Ausweg mehr finden, vor den alltäglichen Problemen und Sorgen zu fliehen, außer mit einem Drogenkonsum.
Natürlich muss der Jugendliche selber die Erfahrungen sammeln, aber sie brauchen dabei viel Unterstützung und Rat, um nicht in die falsche Richtung zu laufen. Was nicht heißen soll, dass sie für Ihr Kind alle Aufgaben und Pflichten übernehmen sollten, um ihm das Leben so Leben angenehm wie möglich zu machen. In jedem Leben gibt es Enttäuschungen, die man machen muss um aus den Fehlern zu lernen. Man sollte als Eltern viel Liebe, Anerkennung und Verständnis aufbringen, um eine gewisse Hilfe zu sein und eine Unterstützung zu gewährleisten.

Achten Sie auf Warnhinweise und nehmen Sie diese ernst

Es gibt einige Warnhinweise, die auf eine Sucht bei Jugendlichen hindeuten:

  • Der Betroffene kann keine Probleme lösen und weicht der Situation immer aus
  • Lustlosigkeit bei Tätigkeiten, die vorher gerne gemacht wurden
  • Fehlende Kritikfähigkeit
  • Bindungsangst, d.h. es werden jegliche Freundschaften beendet und keine neuen geknüpft
  • Einsamkeit und Isolation der Außenwelt. Dies kann sich zum Beispiel durch ein übermäßiges Essen äußern
  • Kein oder geringes Selbstvertrauen


Bieten Sie Hilfe an, aber erzwingen Sie sie nicht
Haben Sie den Verdacht, dass eine Abhängigkeit bei Ihrem Kind besteht, so sollten Sie nicht unüberlegt handeln. Denn dies kann schnell zu einem Verlust des Vertrauensverhältnisses führen. Das allererste, was sie tun sollten, ist sich genügend über die jeweilige Droge und deren Abhängigkeit zu informieren. Suchen Sie zunächst ein Gespräch zum Beispiel mit Ihrem Mann / Lebensgefährten, mit einem Suchtberater, Familienberater, engen Freunden oder Verwandten. Als nächstes wäre das Gespräch mit dem Betroffenen an der Reihe. Dabei ist es durchaus wichtig, keine Vorwürfe auszusprechen. Denn dadurch erreichen sie lediglich das Gegenteil von dem, was sie gerne erreichen möchten. Versuchen Sie bei dem Gespräch mit Ihrem Kind Ihre Gefühle, Sorgen und Ängste deutlich zu machen. Zählen Sie auch die möglichen Folgen der Droge auf. Rechnen Sie auch damit, dass Ihr Kind Sie auf Ihren eigenen Konsum mit Zigaretten oder Alkohol ansprechen und kritisieren wird. Neben den Vorwürfen sind auch die Gabe von Hausarrest oder der Versuch, die Drogen zu vernichten äußerst Kontraproduktiv. Auch können Sie nicht verlangen, dass der Betroffene zu einem sofortigen Verzicht der Suchtmittel bereit ist. In der Regel braucht dieser eine gewisse Zeit, um Hilfe von außen anzunehmen.

Tags: Allgemeines, Eltern, Jugendliche, Kinder

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Letzte Änderung des Artikels: 2011-02-28 19:35
Autor: admin
Revision: 1.2

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